3. Preis Oberkirch - Städtebauliche Entwicklung der Altstadt

 

 

Oberkirch ist geprägt durch die Lage im Tal der Rench mit Obstplantagen und umgebenden Hängen mit den Weinbauterrassen. Die historische Altstadt ist gekennzeichnet durch den kreisförmigen mittelalterlichen Grundriss, den „Rundling“. Die städtebauliche Struktur der Altstadt befindet sich spürbar in dem vielerortsstattfindenden Prozess der Neuorientierung, nachdem die Handwerksbetriebe den Ortskern nicht mehr prägen und die Vielfalt der Einzelhandelsgeschäfte sich reduziert hat.

Durch die Inbetriebnahme der Umgehungsstraße entsteht eine gänzlich neu Perspektive. Der Durchgangsverkehr in der Hauptstraße entfällt als Geräuschkulisse und Zäsur für die Altstadt in zwei Bereiche. Daraus ergibt sich in der Konsequenz die formulierte Anforderung nach neuer Belegung der Ortsmitte, ausgerichtet für die Bedürfnisse nach städtischem Leitbild und zugleich mit dem Ausblick nach ländlicher Idylle und Geborgenheit.

„BLÜHENDE PERLE UMGEBEN VON WEINTERRASSEN AM FUSSE DES SCHWARZWALDES“

Es gibt sie noch, die guten Dinge – so oder so ähnlich ist der Eindruck beim Langgehen in der Altstadt von Oberkirch. Spätestens dann - entlang dem Mühlbach - verspürt der Gast das Bewusstsein der Bürger dieser Region für Lebensqualität und den Blick für die Idylle und Schönheit. Der Entwurf greift dieses Lebensgefühl auf und versucht mit wenigen zeitgemäßen Elementen der historischen Altstadt in ihrer Gesamtheit einen stimmigen Impuls zu geben. Hierbei erhält die blühende Pflanze mit dem Aspekt der Jahreszeiten das besondere Augenmerk. Der Glanz der Zeitlosigkeit durch die Erfahrbarkeit der Zeit ist das Ziel unserer Arbeit.

BÄUME SCHAFFEN RÄUME

Einzelbäume wandern als grüne Schirme aus dem Landschaftsraum in den Stadtraum und kennzeichnen als herausragende Solitärbäume besondere Adressen. Sie markieren durch Einzelstellungen historisch belegte Merkmale. Plätze ermöglichen den öffentlichen Auftritt und das Zusammenkommen. Baumreihen begleiten die Verkehrswege, sie bilden ein Orientierungsprinzip im Stadtgrundriss, ausgehend vom Bahnhof in die Stadtmitte und von dort über den Kirchplatz wegweisend wie ein zusammenhängendes Netzwerk durch die Kulturlandschaft. Blühende Pflanzen in mobilen Gefäßen illustrieren einerseits die Bewegung in den Fußgängerbereichen, sie ermöglichen aber auch zugleich eine Standortveränderung zu unterschiedlichen Anlässen im öffentlichen Raum. Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass schirmförmige Amelanchier Eingänge und Durchgänge kennzeichnen, mediterran anmutende, weißblühende Agapanthus vorzugsweise Außenterrassen der Gastronomie akzentuieren.

Veröffentlichung: competionline.com

 

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